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IMO number : 7324912

Name: Wiesbaden

Type: Trawler (Factory)

Flag: Poland

Tons: 3181

DWT: 2420

Length overall: 92.0

LPP: 82.2

Beam: 15.0

Year: 1973

Launch Date: 12.07.1973

Date of completion: 04.10.1973

Yard No: 374

Builder: Rickmers

Location of yard: Bremerhaven

History: WIESBADEN # 2000 WEST RUMB # 2001 WIESBADEN

Im Oktober 2010 trat sie ihre letzte Reise nach Grenaa in Dänemark an und wurde abgewrackt.


Auf hoher See

Wiesbaden wird abgewrackt

 

Die Stadt verliert ein Patenkind: Seit Jahren rostet die "Wiesbaden" vor sich hin. Jetzt wird der Fischtrawler in Dänemark verschrottet.

Von Bastian Beege

Das Rauschen der aufgeschäumten See dringt durch den Telefonhörer. „Es lief alles glatt“, brüllt Kapitän Ralf Eichhorn an Deck seines Schleppers „Wulf 7“ durch den Sturm vor der norddeutschen Küste hinweg. „Die Wiesbaden klebte an uns wie eine Briefmarke.“ Gemeint ist ein 92 Meter langer und 15 Meter breiter Fischtrawler, der dereinst am 3. Oktober 1973 in Bremerhaven vom damaligen Wiesbadener Oberbürgermeister Rudi Schmitt in einer feierlichen Zeremonie getauft wurde.

Doch die letzten Jahre rostete das Schiff in Cuxhaven nur noch vor sich hin – Kapitän Eichhorn bekam nun den Auftrag, die „Wiesbaden“ in die dänische Hafenstadt Grenå zu schleppen, wo der alte Kahn verschrottet wird.

Irgendwie eine traurige Nachricht – verliert die hessische Landeshauptstadt doch ein weiteres ihrer Patenkinder. In der Tat scheint der Name „Wiesbaden“ gerade auf Schiffen wie ein Fluch zu lasten: Bereits 1897 lief der erste Fischkutter „Wiesbaden“ in Bremen vom Stapel. Doch bereits wenige Monate später verschwand das Schiff auf einer Fahrt von Island nach Aberdeen spurlos.

Besonders tragisch ist auch dieser Fall: Am 30. Januar 1915 trat der kleine Kreuzer „Wiesbaden“ von Stettin aus seine Jungfernfahrt an. Im fernen Hessen hatte man bereits die Taufgeschenke besorgt: Tafelsilber für die Offiziersmesse, Bücher und Musikinstrumente für die Mannschaft. Doch es kam nie zur Übergabe: Am 31. Mai 1916 sank der Kreuzer in der Seeschlacht vorm Skagerrak, von den 363 Mann Besatzung überlebte nur der Oberheizer Hugo Zenne.

„Soweit mir bekannt ist, bleibt uns jetzt noch ein ICE und eine Maschine der Lufthansa“, resümiert Stadtsprecher Siggi Schneider. Noch immer sei es üblich, dass die Bauer von Schiffen, Flugzeugen oder Zügen auf die Suche nach Paten gehen – für die hessische Landeshauptstadt bedeutet dies eine kostenlose Möglichkeit, ihren Namen auf diese Weise um die Welt zu tragen.

Und wie sich das für eine anständige Patentante gehört, gibt es zu den Geburtstagen regelmäßig ein symbolisches Geschenk. „Die Crew der Lufthansa-Maschine bekommt von uns jedes Jahr ein paar Flaschen von unserem heimischen Wein“, verrät Siggi Schneider.

Im Gegenzug antwortet der Chefpilot regelmäßig mit einem netten Brief – das Rathaus bleibt somit stets über den Zustand seines Patenkindes auf dem Laufenden.

Hingegen war der alte Fischtrawler, der jetzt in Grenå verschrottet wird, längst in Vergessenheit geraten. Immerhin: „Ich habe den deutschen Konsul in Kopenhagen darum gebeten, dass er noch einige Gegenstände aus dem Schiff holen lässt“, verkündet Schneider. „Als Andenken fürs Stadtmuseum.“

 

 © Frankfurter Rundschau  6.10.2010


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