......bei den alleinige Reimen ist das©Copyright bei©Otmar Kierstein.......Danke noch mals dafür.Bei den Bildern©Stefan Meier & ©Günther Schellenberg & ©Heiner Gläsemann & ©Hansi Kämpf
...diesen Reim für alle Fischerslütt stellte mir © Otmar Kierstein(Berlin) zur Verfügung
Ein kleines Schiff……
Die See liegt glatt, bewegt sich kaum,
um den Bug sprüht hell der Schaum,
das Segel glänzt im Sonnenlicht,
die Maschine treibt das Schiff,
gen’ Island denn da steht der Fisch.
Kapitän und Steuermann beraten auf der Bruecke,
wohin die Reise gehen kann. Wo steh’n die meisten Fische?
Mit Zirkel und mit Bleistift dann, zieh’n sie geheime Striche,
es könnte sein – eventuell – vielleicht – erwarten uns hier die Fische.
Also denn – 2 Tage noch – herrscht Ruhe hier an Bord,
denn noch ruht sich die Mannschaft aus, an einem ruhigen Ort,
in ihrer Koje waelzen sie sich und traeumen vom grossen Fang
und von Tagen die nass und kalt – und unendlich lang.
Dem Kapitaen dem ist nicht bang, droht auch vor Islands Kueste
So manchem Trawler der Untergang, viele kamen niemals wieder.
Er fuehrt sein Schiff voll Tatendrang und will vor Island jagen,
denn reichlich steht hier der Kabeljau und der Rotbarsch, in diesen Tagen.
Die Maenner in der Unterkunft wiegen sich im Schlaf
Doch die Stunde naht heran, da wird das Leben hart
und schon bald ist es soweit, die Mannschaft wird geweckt
und da wird nicht lang gezeckt, schnell springt man aus der Koje,
von der hohen Kante aus, direkt in seine Hose.
Der Koch der haelt den Kaffee klar, das Brot das frisch gebacken,
schnell wuergen sie sich das Fruehstueck rein und all die schoenen Sachen.
„Reise Reise“ schreit der Kapitaen, das Fruehstueck ist zu ende, nun kommt an Deck aber blitzschnell, wir brauchen alle Haende,
Sonst komm ich selbst zu euch herab und mach euch ganz schnell munter.
Alles erhebt sich nun von der Back und drängt sich nach dem Schott hin,
denn mit dem Alten Aerger haben, nee das ist für keinen drin.
Die netze sind schon längst gestrickt und wo sie zerrissen sind sie geflickt, doch nun geht’s ans fischen, mit aller Macht,
das Rollengeschirr wird angebracht, Kurrleinen und Scheerbretter angelascht,
das Netz welche 40m lang ist nun endlich fertig, Neptun sei Dank.
Von Hand nun wird es ueber die Bordwand gebracht,
die Kurrleinen geleiten es in die ewige Nacht, denn an den Drähten rutscht hinab,
die Galgen drücken es auseinander sodann,
damit ein riesiges Maul entstehen kann.
Zweihundertfünfzig Meter geht es auf tiefe, entfaltet sich zu voller Groesse, ein Riesending in voller Grösse,
gezogen vom Schiff bis zur ersten Hieve,
ein riesiges Maul von 40m offen, wird der Fisch erst von dem Maul getroffen, zieht es ihn ins Netz hinein
und er kann sich nimmermehr befrei’n.
Der Kapitaen versucht mit List,
herauszufinden wo der Fisch nun ist.
Das Schiffchen faehrt von Ort zu Ort,
mal Backbord und mal Steuerbord,
den Fisch zu finden ohne Sicht ist sicherlich so einfach nicht..
Zwei Stunden wird durch eisige Wogen
Das Netz nun hin und her gezogen
die Maschine arbeitet mit Kraft
damit das Schiff das Netz auch schafft
aus dieser Zeit von der ich tu Kunde,
sind’s 3 sm in der Stunde.
Doch nun sind herum zwei ganze Stunn,
die Maschine ändert ihr Gebrumm,
das Schiff wird langsam – das ist klar
und nun dreht es ja sogar –
die Winden ziehen mit voller Kraft,
das Netz wir nun herangeschafft.
„ HIEV UP „ so schreit der Kapitän
und nu kann man das Netz schon seh’n,
an die Bordwand wird es gezogen
und mit der Hand dann ganz nach oben
„ HOL UP „ HOL UP „
wird kommandiert – das Netz nach oben weggefiert,
das letzte Stück – mit Maschinenkraft,
wird nun der Fisch an Bord geschaff.
Zwei Meter hängt der Steert nun hoch,
die Fische in ihm sind meistens tot,
der Knoten – kunstvoll in seiner Pracht,
wird unten am Steert nun aufgemacht,
das ist Arbeit für den Steuermann,
weil er das am besten kann.
Keiner der Mannschaft kann das besser,
der Fisch der fällt nun in die Fächer.
Kapitän und alle Mann,
nehmen sich nun des Netzes an,
da wird gestrickt und ausgebessert,
die Arbeit die wird schnell getan,
denn das kann jeder Fischersmann.
„ AUSSETZEN „ heißt es nun vom Kapitän,
bald kann man das Netz im Wasser seh“n,
die Kurrleinen verschwinden hinab,
sie laufen auf den Winden ab,
die Scheerbretter – groß und schwer,
verschwinden schon bald im tiefen Meer.
Nun schleppt der Dampfer wieder das Netz,
der Fisch wird unter Wasser gesucht und gehetzt,
viel Fisch muss fangen der Fischersmann,
damit er das Volk ernähren kann.
Der Fischer arbeitet Tag und Nacht
Und immer ohne Unterlass
ohne Pause und ohne Ruh
bald fallen ihm die Augen zu,
doch die Koje die ist weit und fern,
weil nur in ihr zu schlafen ist
wenn die „ HIEVE „ bringt kein Fisch.
Der Seemann welcher Fischersmann,
sich seinen Fangplatz nicht aussuchen kann,
in der „Irischen See „ sucht er nach Fisch
weil er hier reichlich zu fangen ist.
Doch sehr gefaehrlich ist diese See,
so manchen Fischer zog es hinab,
mit ihren Schiffen sind sie verschwunden,
die tobende See brachte große Not,
zerschundene Körper, so manchen den Tod.
Nun geht die Fahrt an Islands Küst
dort wo sie am gefaehrlichsten ist,
das Schifflein faehrt die
Kueste rauf
mit Glück spuert es den Fisch dort auf,
ist das nicht geschehen,
dann faehrt es munter
fast denselben Tourn nun wieder runter.
Von Sued nach Nord
sucht man den Fisch,
der vielleicht schon laengst entwichen ist.
Der Kaeptn auf der Brücke
rennt hin und her
er versteht die Welt nicht mehr, letzten „Hol“ war der Fisch noch
dort und auf einmal ist er fort.
„Hiev up“ schreit es durch das Schiff,
wir müssen fort, hier ist er nicht,
fahren wir doch auf die schnelle
von dieser – auf ‚ne an’dre Stelle.
Die Winschen setzen sich in gang,
der Weg vom Netz zum Schiff ist lang
und als das Netz an Bord geholt
ist weiter nichts drinnen ausser Kohl.
Nun dampft das Schiffchen „Voll Voraus“
der Heizer reisst sich die Arme aus,
waehrend die Meister ganz gelassen,
den „Zossen“ volle Pulle laufen lassen.
Die Mannschaft verholt sich unter Deck
und verschwindet schnell im Kojenbett
denn man weis nicht – in diesen Tagen
wann man wieder muss sich plagen.
Ist man am neuen Fangplatz dann,
faengt alles von vorne wieder an,
Netz und Geschirr gehen ueber Bord,
in schwarzer Tiefe sinkt es hinfort,
gross oeffnet es sich zum neuen Fang,
und die Fischerei faengt wieder an.
Es wird gekurrt so manche Stunden,
die schwarze tiefe wird überwunden,
durch ziehen und zerren am schweren Netz,
man den Fisch in die Maschen hetzt,
dann zieht mans herauf mit Maschinenkraft,
mit blutigen Haenden man an Bord es schafft,
der einst stolze Fisch in die Faecher kracht
und alle Mann ob man oder Maus,
flicken das Netz und setzen es aus.
Nun kurren sie wieder und schlachten den Fisch,
er muss unter Eis, wie das auf See so ist,
er darf nicht vergammeln denn dann ist er nichts wert,
deswegen das Schiff bald nach Hause faehrt.
Zurück in die Heimat mit voller Kraft,
zurück in den Hafen, bald ists geschafft
wo so manches Maedel und die Kneipe uns lacht.
Im Hafen geht’s prima, ja da geht es uns gut,
der Alk steigt uns mit Macht in das Blut,
doch schnell geht sie vorueber die froehliche Zeit,
bald heisst es wieder >nun ist es so weit<,
kommt nu man alle aus den Kneipen heraus,
das Schiff das wartet, will auf Meer hinaus.
...ein Weihnachtsgedicht für See-Sehleute und die es werden wollen von © Otmar Kierstein(Berlin)
Weihnachten wird nun wieder kommen,
alle Welt hat es vernommen
und wir träumen von den Jahren,
als wir um die Welt gefahren
So mancher erlebte die Weihnacht
ganz in weiss,
schaufelte Schnee und klopfte Eis,
ans Christkind wurde nicht gedacht,
klopfst du kein Eis – liegst du im Bach.
Nach Neufundland,
bei den großen Bänken
tat man die Schiffe zu den Schwärmen lenken
und erst wenn’s stuermte
wurde nicht gefischt,
ab Windstärke 11
wurde lecker aufgetischt
Der Koch hatte seine liebe Not,
beim bereiten von dem Abendbrot,
alles rutschte hin und her,
passt du nicht auf –
war der Teller leer.
Das feine Essen
und das Geschirr
ist dann manchmal
mit aller Macht,
auf den Kombuesenboden
gekracht.
Dennoch:
Lieder wurden gesungen,
auch zwei und drei,
das heut der Tag vom Christkind sei.
Harte Burschen,
Fischer halt,
in eisiger See,
im Herzen nicht kalt,
mit Traenen in den Augen,
denkt so mancher Mann,
wie es wohl zu Haus sein kann.
Doch die See
ist niemals leer,
überall fahr’n Schiffe auf dem Meer.
Egal ob man mit Ladung faehrt
oder als Fischer sich bewaehrt,
ob man vor Groenland Fische fängt
oder sein Schiff durch die
Südsee lenkt
egal ob Schnee oder Sonnenschein,
Weihnachten muss immer sein.
Man dankt, man betet und man singt
fuer alles was es >Gutes bringt
...dieses Gedicht über KÜMO'S stellte mir © Otmar Kierstein(Berlin) zur Verfügung
Küstenschifffahrt
Ein Schiff das war vor langer Zeit,
technisch noch lange nicht so weit,
als das man mit Motorenkraft,
eine Fahrt übers Meer, in Tagen schafft.
Vor langer Zeit – oder weist du’s besser –
waren Schiffe aus Holz – dicke Bohlen
und Bretter. Der Zimmermann bearbeitete alles
in bester Art und bald brachte man das Schiff
in Fahrt.
Mit Segel, groß wie Bergesruecken
ließen sich die Schiffe, vom Winde,
vorwärts druecken
und brachten Waren aller Art
nach andren Ländern, in schneller Fahrt.
Durch gute Arbeit und bestes Holz geschuetzt,
hat das dem Schiff wohl oft genuetzt,
denn war das Meer auch oft verrueckt,
die Planken hat’s selten eingedrueckt,
doch kam es mit Orkan daher, siegte
manchmal doch das Meer.
Der Kapitaen, ein wichtiger Mann,
legte sein Besteck nach den Sternen an,
segelte sein Schiff von a nach b,
bei Sonnenschein und auch bei Schnee,
doch er verließ sich jeder Zeit
auf seine tuechtigen Schiffersleut.
Klein waren die Schiffe, damals wie heut,
Küstenschiffe nannten sie die Leute
Und als einige Zeit vergangen war,
man von den Segeln nichts mehr sah.
Maschinen treiben die Schiffe an,
manche fahren sogar nach Plan.
Man braucht nicht mehr ziehen und zerrn
will man den Schiffsbauch schnell entleern
denn mit großen Ladebaeumen, kann man
ihn viel schneller raeumen.
Auch kommt man schon aus grosser Fahrt
mit bunten Kisten aller Art
die man gesammelt in vielen Laendern
und mit starken Eisenbaendern
an dem Schiff befestigt hat, laedt sie in
einem grossen Hafen ab,
damit ein Kuemo sie sodann,
in kleinere Haefen fahren kann.
Gar vieles tun die Schiffchen stets,
sie fahren alles wenn’s denn geht,
ob Getreide, Bretter und Bienen gar,
auch Elefanten man schon sah,
Tonnen für die Schiffahrtswege,
faehrt ein anderer Kollege,
emsig wie die Bienen sind, ,
fahren viele Kümo’s ganz geschwind,
nach Britannien, Irland, Spanien gar
und auch nach Italia.
Sind sie mal gut ausgeruest,
schaffen sie’s an jede Küst
und wenn sie denn wirklich wollen
könnten sie auch Sand aus der Wueste holen.
Otmar's Weihnachtsgeschichte
Es sind nun fast 41 Jahre her, doch ich habe es nie vergessen und so manches mal, wenn ich um Weihnachten in
meinem Sessel sitze, kommt die Erinnerung an das Weihnachts-fest 1966, wieder.
Ich war am 12.12.66 auf dem Trawler „Holstein“ , einem Heckfänger, der Hochseefischerei Kiel, angemustert. Es ging zum fischen in den Nordatlantik. Nach ca 5 Tagen Fahrt wurde im Seegebiet
zwischen Neufundland und Groenland das Netz ausgesetzt. Mitunter waren in der Ferne die kalbenden Gletscher an der Kueste Groenlands zu sehen. Trawler bahnten sich ihren Weg zwischen den
Eisbergen und Schollen, die gemächlich ihren Weg, mit der Stroemung, zogen. Die Sonne schien und ich sah eine wunderschoene unvergessliche Eis- Wasserlandschaft vor mir.
Auf dem Schiff herrschte Routine. Ich war in der Fischmehlfabrik eingesetzt, zusammen mit einem Kollegen. Wir arbeiteten umschichtig im 2 Wachensystem. Die See war ziemlich ruhig, der Wind so bei
7 – 8.
Weihnachten naeherte sich. In 2 Tagen war Heiligabend. Unruhe ging durchs Schiff, denn es war bekannt geworden, dass eine Weihnachtsfeier nur stattfinden sollte, wenn wegen Schlechtwetter nicht
mehr gefischt werden konnte. Die gute Laune war verflogen, unlustig verrichteten die Besatzungsmitglieder ihren Dienst.
Ein Tag vor Heiligabend hatte sich der Seegang ein wenig erhoeht. Windstaerke bei 9,. Das Schiff arbeitete stärker, lautes donnern erklang wenn Eisschollen gegen das Schiff schlugen. Ruhe zu
finden oder gar zu schlafen viel schwer.
Heiligabend. Alles war wie am Tag zuvor. Lustlos taten wir unsere Arbeit. Es wurde diskutiert, denn es war nicht nur kein schlechtes Wetter, nein – wir fingen auch nichts. Ob man den Alten wohl
umstimmen kann?
Gegen Mittag kam die Parole: Es briest auf. Immer heftiger legte sich das Schiff auf die Seiten, arbeitete sich durch und ueber die Wellen und rutschte ins nächste Wellental. Der Fangbetrieb
wurde bei Windstaerke 11 eingestellt. Jetzt konnte auch die Weihnachtsfeier stattfinden.
Wir trafen uns in der Mannschaftsmesse. Der Kapitaen hatte Bier und einige Flaschen Sprit ausgeben lassen. Der Koch hatte einen Berg Schnitten und Haeppchen gemacht. Warmes essen konnte er nicht
mehr anrichten, denn die See schleuderte das Schiff hin und her. Rasch kamen wir in Stimmung. Der Kapitaen erschien in der Messe, Weihnachtslieder wurden gesungen, der Kapitaen gab mit zwei
Loeffeln die er aufeinander schlug den Ton an, der Chief blies auf einem Kamm, der Koch schwang die Suppenkelle und alle anderen sangen lauthals die schoensten Weihnachtslieder.
Das Schiff rollte und stampfte und schon bald war die Feier beendet. Langsam standen wir auf, um in unsere Kojen zu klettern. Da hiess es: Bei den Fischwerkern ist noch etwas los. Schnell wurde
aus den Schraenken die eine oder andere Flasche ausgebuddelt und ab gings zu den Kollegen. Hier gab es ein Schifferklavier und eine Mundharmonika. In einer 4 Mann-Kammer nisteten wir uns ein,
klemmten uns irgendwo fest das wir nicht umfallen konnten und sangen die schönsten Seemannslieder aus aller Welt und um so mehr Sprit wir tranken, um so schöner wurden die Lieder und um so lauter
die Gesänge.
Ja, es war ein schöner Heiligabend. Wir konnten zwar nicht bei unseren Familien sein und doch haben wir eine unvergessliche Weihnacht erlebt.
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